Ausstellung – ein paar Worte zu Beginn

Alles begann im Jahre 2000 als wir die heruntergekommene Festung Třebotov (Trebotau) kauften. Im Laufe der Renovierungsarbeiten wurde eine Steinformation entdeckt, welche aus der äußeren Umfassungsmauer herausragte. Es handelte sich hierbei um eine mittelalterliche Toilette, einen sogenannten Aborterker (aus dem lateinischen locus privatus). An der gleichen Mauer befand sich auch ein barocker Anbau, wo eine Trockentoilette mit einer Jauchengrube platziert war.

Zwei architektonische Details, die mit dem alltäglichen menschlichen Bedarf zusammenhängen, haben uns so gefesselt, dass wir uns entschieden Gegenstände zu sammeln, die zu diesem Zweck in verschiedenen Zeiträumen der Geschichte hergestellt wurden und deren Geschichte und Entwicklung zu erfassen.   

Das Erwerben von schriftlichen und illustrierten Information über einen so gewöhnlichen, aber dennoch notwendigen Bestandteils der menschlichen Gesundheit und damit zusammenhängenden Gegenständen, war ziemlich schwierig. Dieser Bereich der Hygiene ist mit einem besonderen Tabu umschleiert, es ging ja um etwas, worüber es nicht höflich war zu reden. Auch heutzutage haben ja viele Menschen ein Problem damit.

Gegenüber dem Sammeln von Informationen ist der Erwerb und Kauf von Gegenständen viel einfacher.   

Anfangs besuchten wir Antiquariate, Trödlerladen und Auktionssäle. Heute suchen wir Gegenstände auch übers Internet, was uns ermöglicht einzigartige Stücke aus der ganzen Welt zu finden. Es sprachen uns aber auch Verkäufer von alleine an und Leute, die unser Museum bereits kannten, beitragen wollten und uns etwas schenkten.  Heutzutage ergänzen wir unsere Sammlung nur noch um außergewöhnliche Stücke, welche durch ihre Geschichte oder Durchführung interessant sind.

Im Museum stellen wir 2 000 Exponate aus dem Zeitraum vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart aus. Zu sehen sind bei uns Nachttöpfen verschiedener Formen, Gebrauchsweisen und Materiale, Klosetttruhen, Sessel, Wagentoiletten und keramische Spülaborte. Teil der Sammlung ist auch literarisch, von Ansichtskarten, Bildern, Witzen über viele weitere Kuriositäten und Gegenstände der Körperpflege. 

Zu Unikaten gehören Nachttöpfe, die für Napoleon Bonaparte, Lincolns Schlafzimmer im Weißen Haus, die Titanic, chinesischen Kaiser Cchi-Lung hergestellt wurden, weiter beispielsweise französische Hochzeitsnachttöpfe, Bourdaloue Nachttöpfe für Damen, Figuren aus spanischen Krippen, sog. Caganer (katalanisch kleine Scheißer), barocke Flohfallen usw.

Sinn unseres Museums ist es dieses Tabu der Körperpflege in der Öffentlichkeit zu brechen und Gegenstände, die damit zusammenhängen, als hoch ästhetische und künstlerisch-handwerkliche Elemente darzustellen, die zu dem oftmals übersehenen intimen Teil unserer Kultur gehören.

Wir hoffen, dass Ihnen unsere Ausstellung gefallen wird, Spaß macht und auch ein bisschen weiterbildet, obwohl, wie man so schön sagt: „Das ist doch alles kackegal…“J

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